Die erste russische Weltumsegelung

Die erste russische Weltumsegelung

In den Jahren 1803 bis 1806 war Adam Johann von Krusenstern der erste Seemann, der im Auftrag des Russischen Kaiserreichs die Welt umsegelte. Gerade in Russland ist er deswegen noch heute eine bekannte Figur: So findet sich in Sankt Petersburg eine Statue des am 17. November 1770, also vor genau 245 Jahren, im estländischen Haggud als Nachkomme eines deutschen Adelsgeschlechts zur Welt Gekommenen. Ferner ist nach ihm nicht nur das eine oder andere Schiff oder Kap, sondern auch ein Mondkrater benannt.

Adam Johann von Krusenstern auf estnischer BriefmarkeAls Adam Johann von Krusenstern nach mehrjähriger Vorbereitung Anfang August des Jahres 1803 im nahe Sankt Petersburg gelegenen Hafen Kronstadts aufbrach, wurden Weltumrundungen schon seit drei Jahrhunderten unternommen. Der allererste, der sich die unglaubliche Reise auf die Fahne schreiben konnte, war im Jahr 1521 der berühmte Portugiese Ferdinand Magellan. Viele Seefahrer aus diversen Ländern Europas folgten. Von Krusenstern, der es schon zum Marineoffizier und bereits einige Seemeilen in nordamerikanischen, afrikanischen und asiatischen Gefilden hinter sich gebracht hatte, wollte und sollte es den Vorgängern mit seiner aus den beiden Fregatten „Nadeschda“ und „Newa“ bestehenden Expedition nun gleich tun. Dabei war es nicht nur seine Aufgabe, Status und Ehre für Russland einzufahren, sondern vor allem wirtschaftliche Quellen und Kontakte zu erschließen sowie zudem geografische und biologische Daten zu erheben und heimzubringen.
All dies war von Erfolg gekrönt, und von Krusenstern interessierte sich außerdem für die ethnologische Perspektive auf fremde Völker, wenn die Fahrt an verschiedenen Punkten unterbrochen wurde und es zu Begegnungen mit Einheimischen kam. Er selbst hielt viele Beobachtungen schriftlich fest und wertete sie aus: Sieben Jahre nach seiner Rückkehr veröffentlichte von Krusenstern unter anderem einen eigenen Bericht über die gigantische Unternehmung, der den Namen „Reise um die Welt in den Jahren 1803, 1804, 1805 und 1806 auf Befehl Seiner Kaiserlichen Majestät Alexanders des Ersten auf den Schiffen Nadeschda und Newa“ trug. Auch fertigte er einen „Atlas der Südsee“ mit unzähligen Karten und Zeichnungen an.

Adam Johann von Krusenstern auf Briefmarke von St. HelenaSo kam es, dass von Krusenstern von verschiedenen internationalen Wissenschaftsvereinigungen geehrt und aufgenommen wurde. Von seinen russischen Auftraggebern wurde er unter anderem mit einem mehrere Jahre dauernden Urlaub belohnt. Nach seiner großen Fahrt setzte der dekorierte Würdenträger, der zudem als Berater für weitere Weltumsegelungen fungierte, sich jedoch nicht zur Ruhe, sondern seine Karriere bei der Marine fort. Schließlich wurde dem verdienten Seemann der Rang eines Admirals verliehen. Mit Beginn der 1830er-Jahre kümmerte er sich in leitender Position um die Ausbildung junger Seeleute. Sechs Jahre vor seinem Tod wurde Adam Johann von Krusenstern 1842 auch der „Orden pur le mérite“ verliehen.
Vielleicht widmete der Seefahrer diesen zumindest in Gedanken auch einem ehemaligen, treuen, tierischen Begleiter auf seinen weiten Reisen um die ganze Welt. Schrieb doch nicht nur er selbst, sondern auch die Besatzung seiner Schiffe dem Hund von Krusensterns, einem Spaniel, eine glücksbringende Funktion zu: Bevor die Expedition während ihrer Fahrt nämlich immer wieder in See stach, war es Sitte, dass ein jeder ein Mal die ausgesprochen langen Ohren des vierbeinigen Maskottchens anfasste, auf dass die Meere und das Schicksal der Nadeshda und Newa hold seien.


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Verfasst von: Marius Prill

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